Siegerhengst mit Doppelveranlagung
Der Siegerhengst der Holsteiner Körung 2002 hat auch in der Vererbung vom Fleck weg überzeugt: Er ist erwiesenermaßen einer der wenigen Multivererber der züchterischen Gegenwart, passt im Grunde in jedes Pedigree und gibt seine eigenen Höhepunkte wie Top-Grundgangarten, Rittigkeit und Springvermögen konsequent an die Nachzucht weiter.
Chico’s Boy war Sieger in Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen, nominiert zum Bundes-Reitpferdechampionat und absolvierte einen herausragenden 30-Tage-Test in Schlieckau. 2006 war er Sieger im 70-Tage-Test Neustadt/Dosse mit Spitzennoten in der Rittigkeit (8.88) und der Springanlage (9.03).
2006 wurde anlässlich der Oldenburger Körung mit dem inzwischen unter Jan Sprehe in der internationalen Youngster-Tour erfolgreichen Prämienhengst Cevin Costner der erste Sohn gekört. Inzwischen ist die Zahl gekörter Söhne auf sechs angewachsen, u. a. auch Chat Qui Rit de L, Chico’s EGI, Chicos Son, Come and Fight und Chico’s Hero. Mehrere Töchter wurden auf Schauen hoch prämiert. So stellte er auf der Elite-Stutenschau in Rastede eine Brillantring-Stute und weitere Staatsprämienstuten in Oldenburg, Hannover und Sachsen-Thüringen. Die FN-Zuchtwertschätzung bestätigt: Chico’s Boy ist ein Multivererber der allerbesten Sorte, der sowohl im Springen (131 Punkte) als auch in der Dressur (128) klar in der Spitzengruppe deutscher Vererber rangiert. Die ältesten Nachkommen sind 2011 siebenjährig und auf Anhieb in Klasse S erfolgreich gewesen.
Weitere Informationen:
Der Vater Carpaccio war selbst HLP-Sieger, platzierte sich 1996 im Bundeschampionatsfinale der fünfjährigen Dressurpferde und qualifizierte sich im Jahr darauf erneut für Warendorf. Neun Söhne des Carpaccio wurden gekört, darunter 2002 mit Cabardino N der 1. Reservesieger der Körung des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg-International sowie Carpalo, Casparino, Chandon, Clooney und Cruyff. Erfolgreiche Springnachkommen sind Colibri/Tobias Bachl, Classic Line/Cora Ackermann-Ripke und Catatani/Anna Maria Benner. Der Muttervater Silbersee war in den 1980er Jahren mit Dr. Michael Rüping einer der erfolgreichsten Hengste im internationalen Springsport. Einer seiner gekörten Söhne ist Spender S, der mit Jos Lansink/BEL bzw. Maria Gretzer/SWE in Weltcupspringen erfolgreich war. Die Großmutter L-Cordula, selbst bis M/A-Springen erfolgreich, brachte noch die Springpferde Garibaldi (v. Gajus) und Clint LB (v. Camiros). Als Enkelin der Assa (v. Farnese) ist sie Dreiviertel-Schwester zu Carneval, Cor de la Bryères erstem Siegerhengst. L-Cordulas Halbschwester Nagate (v. Landgraf I) ging bis S-Springen und brachte den gekörten Hengst Abdulkarim (v. Athlet Z), der sich unter Bernd Schulze Topphoff bis S***-Springen platzierte. L-Cordulas Halbbruder Almox Athletico (v. Athlet Z) siegte unter Ludger Beerbaum in Großen Preisen und Nationenpreisen. Chico’s Boy geht auf den Stamm 104 a zurück, der Hengste wie Aldan, Capitano, Caretano, Carloni, Carneval, Celano, Contendro I u. II, Conteur, Corland, Corlandus, Corretto, Cranach, Joliot, Landego, Landetto, Laurin, Leuthen I u. II, Lonely Boy, Lorcan, Medoc und Morphy sowie die internationalen Spitzenpferde Retina/Fritz Thiedemann, Athlet und Corlanda/beide Willi Melliger/SUI hervorbrachte.
Zugelassen für Holstein, Hannover, Oldenburg, Springpferdezuchtverband Oldenburg-International, Westfalen und Rheinland sowie für alle süddeutschen und alle Zuchtverbände der neuen Bundesländer. Aufgenommen im Hannoveraner Springpferdeprogramm.
Züchter: Heinz Hermann Clausen, Stolpe